Psychosoziale Beratung und Kontaktmöglichkeiten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*Personen (LSBT*) im Ruhrgebiet und am Niederrhein sowie in Mülheim an der Ruhr und Gelsenkirchen für Menschen mit Fragen zu HIV: vertraulich – kompetent – kostenlos

Unser Team besteht aus qualifizierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Spezialkenntnissen. Alle sind vertraut mit den besonderen Lebenssituationen von LSBT* sowie Menschen mit HIV / STIs.

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Scheidung einer gleichgeschlechtlichen Ehe

Mit Inkrafttreten der Ehe für alle erreichen uns in der Beratung auch Fragen zur Scheidung von gleichgeschlechtlichen Ehen. In der Öffentlichkeit ging es thematisch immer wieder um die Gleichstellung von Bündnissen, die zwei Menschen innerhalb einer Beziehung eingehen – unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Präferenz. Wie sieht es jedoch im Falle einer Trennung aus? Das Lebenspartnerschaftsgesetz sieht eine Aufhebung vor. Welche Neuerungen ergeben sich nun mit der Ehe für alle und der Scheidung danach für homosexuelle Paare?

Ein Gastbeitrag von Laura Gosemann

Das Wichtigste im Überblick

Am 1. Oktober 2017 war es in Deutschland endlich so weit: Die neue Regelung, dass gleichgeschlechtliche Paare den Bund der Ehe eingehen dürfen, trat in Kraft. Zuvor war für sie ausschließlich die eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Doch mit einer Heirat geht mitunter auch eine weniger schöne Angelegenheit einher: die Scheidung. Die wichtigsten Infos hierzu liefert Ihnen der folgende Ratgeber.

Der Ablauf, die Dauer sowie die Kosten einer Scheidung hängen hauptsächlich davon ab, ob die Trennung im Einvernehmen stattfindet oder nicht. Wer sich über die juristischen Fragen zum nachehelichen Unterhalt, den Umgangsrechten für gemeinsame Kinder oder die Aufteilung des Hausrats einig ist, spart eine Menge Zeit und Geld – unter anderem weil es nur eines Rechtsbeistands bedarf.

Trennungsjahr ist Pflicht

Grundsätzlich gilt, dass das Paar vor dem Stellen des Scheidungsantrags ein Trennungsjahr durchlaufen muss. Die separaten Haushalte müssen genauso wie der Tag der Trennung vor Gericht nachgewiesen werden, weshalb es sinnvoll ist, diesen schriftlich festzuhalten oder durch einen Anwalt erklären zu lassen.

Mindestens einer der Ehegatten benötigt in jedem Fall einen Anwalt, damit die Scheidung vollzogen werden kann, denn dieser muss den entsprechenden Antrag beim Familiengericht einreichen. Der andere Partner benötigt nicht zwingend einen Rechtsbeistand, wenn er mit den Forderungen einverstanden ist. Bei etwaigen Konflikten ist allerdings ein Anwalt auf beiden Seiten zu empfehlen.

Scheidungsbeschluss vor Gericht

Erst wenn dem Gericht die vollständigen und korrekt ausgefüllten Unterlagen zum Versorgungsausgleich vorliegen, kann ein Scheidungstermin festgelegt werden. Dieser ist endgültig und kann nur bei Erbringung eines Nachweises über einen wichtigen Grund nochmals verschoben werden. Zudem haben beide Ehegatten persönlich zu dem Termin zu erscheinen.

Vor dem Gericht erfolgt eine erneute Überprüfung jeglicher Gegebenheiten, zum Beispiel ob die Voraussetzungen für eine Scheidung erfüllt sind. Im Falle von Streitigkeiten wird versucht, diese beizulegen. Ist dies jedoch nicht an besagtem Termin möglich, muss ein neuer angesetzt werden, weshalb eine Scheidung unter Umständen mehrere Monate oder sogar Jahre dauern kann.

Bei Einigkeit zwischen den Scheidungswilligen verliest der Richter den Scheidungsbeschluss, welcher sofortige Rechtskraft erlangt, sofern die Anwälte erklären, dass ihre Mandanten keinerlei Gebrauch von Rechtsmitteln machen wollen. Ansonsten erhalten sie die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Berufung gegen den Beschluss einzulegen.

Übrigens: Ob es sich um eine Scheidung einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder die Aufhebung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft handelt, macht grundsätzlich kaum einen Unterschied. Auch Letztere erfordert zunächst das Durchführen eines Trennungsjahres sowie das Beauftragen eines Rechtsbeistands.

Höhe der Scheidungskosten

Wie hoch die Kosten einer Scheidung ausfallen, kann nicht pauschal beantwortet werden. Prinzipiell muss das Paar für Gerichts- sowie Anwaltskosten aufkommen. Über Letztere kann jeder Anwalt selbstständig entscheiden, weshalb das Durchführen eines Preisvergleichs vor der Beauftragung sinnvoll ist.

Die Gerichtskosten orientieren sich dagegen am sogenannten Verfahrenswert, auch Streitwert genannt. Dieser wird berechnet, indem das gemeinsame monatliche Nettoeinkommen der Ehegatten mit dem Faktor drei multipliziert wird. Verdient beispielsweise jeder Partner 1.500 Euro netto im Monat, liegt der Verfahrenswert der Scheidung bei 9.000 Euro. Aus einer Gebührentabelle im Falle einer einvernehmlichen Scheidung ergeben sich daraus Gerichtskosten in Höhe von 444 Euro.

Weitere Informationen zur Scheidung einer gleichgeschlechtlichen Ehe sowie ähnlichen Inhalten rund um die Scheidung können Sie im kostenfreien Ratgeber des Berufsverbands der Rechtsjournalisten e.V. nachlesen.

Sie können uns unterstützen!

Wir freuen uns über ehrenamtliche Unterstützung unserer Teams! Für Material, Fahrtkosten oder zur konkreten Unterstützung von Ratsuchenden sind wir auf Spenden angewiesen. Spendenkonto: IBAN DE21 3506 0386 8101 8802 00

 

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